1. Juristische Übersetzung: Wenn ein Begriff Rechtsfolgen hat
Juristische Übersetzungen müssen vor allem eines leisten: Ein Begriff hat im Zieltext dieselbe Wirkung wie im Original. Überträgt ein Übersetzer ein Wort in einem Vertrag oder Schriftsatz falsch, kann die juristische Übersetzung Rechtsfolgen haben.
Bei der Übersetzung juristischer Texte ist die Fachterminologie darum die eigentliche Arbeit.
Vor deutschen Gerichten kommt eine Pflicht hinzu. § 184 Satz 1 GVG legt fest: „Die Gerichtssprache ist deutsch.“ Fremdsprachige Verträge und Urkunden brauchen dort deshalb in der Regel eine deutsche Fassung.
Behörden, Kanzleien und Rechtsabteilungen als Empfänger
Wir übersetzen juristische Texte vertraulich für Unternehmen und ihre Rechtsabteilungen, für Kanzleien, Gerichte und Behörden. Für sie alle ist unsere Übersetzungsagentur in Deutschland der Ansprechpartner, wenn ein Text in eine andere Sprache muss.
Wo die Beglaubigung beginnt
Verlangt ein Gericht oder ein Amt eine bestätigte Fassung, brauchen Sie eine beglaubigte Übersetzung. In der mündlichen Verhandlung helfen Ihnen dagegen unsere Dolmetscherdienste.
2. Civil Law und Common Law: Begriffe zwischen zwei Rechtssystemen

Wie schwer sich die Wirkung eines Begriffs übertragen lässt, hängt vom Rechtssystem ab. Deutschland hat kodifiziertes Recht (Civil Law), England und die USA bauen auf Urteilen auf (Common Law).
Viele Begriffe haben im anderen System deshalb keine deckungsgleiche Entsprechung. In unseren englischen Übersetzungen übertragen wir sie sinngemäß in die Rechtssprache des Ziellands, wo nötig mit kurzer Erläuterung.
Ein Beispiel: Die englische Übersetzung des BGB auf dem Bundesportal „Gesetze im Internet“ gibt „Grundschuld“ mit „land charge“ wieder.
Rechtsübersetzung: Begriffe ohne Entsprechung
Auch in der Gegenrichtung fehlen Gegenstücke, und jede Rechtsübersetzung muss mit diesen Lücken umgehen. Für „consideration“ aus dem englischen Vertragsrecht gibt es zum Beispiel keinen deckungsgleichen deutschen Begriff. „Gegenleistung“ trifft den Inhalt, nicht die Doktrin dahinter (laut Ungerer, ICLQ 2023).
Welche Rechtsordnung hinter der Zielsprache steht
Juristische Übersetzungen in andere Sprachen folgen immer der Rechtsordnung hinter der Zielsprache. Frankreich hat ein kodifiziertes Zivilrecht, den Code civil. Für französische Verträge und Gutachten ist unser Übersetzungsbüro Französisch der Ansprechpartner.
Die Türkei hat ein kodifiziertes Zivilrecht nach europäischem Vorbild, hier hilft unser Übersetzungsbüro Türkisch-Deutsch. Arabische Staaten haben eigene, teils religiös geprägte Rechtsordnungen. Dafür arbeitet ein Übersetzer aus unserem Übersetzungsbüro Deutsch-Arabisch.
3. Juristische Fachübersetzung: Wer bei uns übersetzt und wer prüft
Bei Translate-Trade arbeiten an jeder juristischen Fachübersetzung zwei Menschen: Einer übersetzt den Text, ein zweiter prüft die Übersetzung.
Übersetzer mit Fachgebiet Recht
Juristische Texte übersetzen bei uns Fachübersetzer mit langjähriger Erfahrung im Fachgebiet Recht, ausgewählt aus einem Netz von über 3.000 Übersetzern.
Am Anfang steht bei uns eine maschinelle Übersetzung mit Post-Editing: Ein Übersetzer bearbeitet den Entwurf, Muttersprachler prüfen und lektorieren das Ergebnis.
Zweite Person, Zertifizierung und Qualitätsprotokoll
Danach prüft eine zweite Person jede juristische Übersetzung nach dem Vier-Augen-Prinzip, bevor Sie den fertigen Text erhalten.
Translate-Trade ist ein dreifach zertifiziertes Übersetzungsbüro: nach ISO 9001 für das Qualitätsmanagement, ISO 17100 für Übersetzungsdienstleistungen und ISO 18587 für das Post-Editing.
Jede Lieferung bekommt ein Qualitätsprotokoll, das den ISO-Prozess belegt. Es dient Ihnen als Nachweis für Ihre eigenen ISO-Audits.
Hat Ihre Kanzlei den Schriftsatz schon selbst in der Zielsprache verfasst, genügt ein Lektorat oder Korrektorat.
4. Wie bleiben Begriffe über alle Verträge hinweg einheitlich?

Begriffe bleiben einheitlich, wenn jede juristische Übersetzung auf dieselbe festgelegte Fachterminologie zurückgreift. Bei Translate-Trade sorgt dafür unser Terminologiemanagement.
Texte, die zusammengehören: Hauptdokument, Anlagen und AGB
Hauptvertrag, Anlagen, Allgemeine Geschäftsbedingungen (AGB) und Folgeverträge müssen denselben Rechtsbegriff in derselben Übersetzung tragen, denn weicht ein Begriff ab, entstehen Auslegungsfragen.
Steht für „Gewährleistung“ im ersten Vertrag zum Beispiel ein bestimmter englischer Begriff, muss es im zehnten derselbe sein.
Translation Memory und Kundenportal
Ein Translation Memory speichert übersetzte Sätze, damit jeder Übersetzer sie in der nächsten Rechtsübersetzung wiederfindet. Im Kundenportal sehen Sie Terminologie und Translation Memory Ihres Unternehmens selbst ein.
Juristische Texte grenzen oft an andere Fachgebiete: Lizenzverträge an die Patentübersetzung, Prospekte an Finanzübersetzungen, Studienverträge an medizinische Übersetzungen. Sagen Sie uns, welche juristischen Dokumente zusammengehören, dann halten wir jeden Begriff im ganzen Vertragswerk gleich.
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