1. Lektorat und Korrektorat: der Unterschied auf einen Blick
Ein Korrektorat prüft, ob ein Text sprachlich richtig ist: Rechtschreibung, Grammatik, Zeichensetzung und einheitliche Schreibweisen. Ein Lektorat geht weiter. Der Lektor verbessert zusätzlich Stil, Ausdruck und Verständlichkeit und prüft, ob der Aufbau inhaltlich logisch ist. Weil das Lektorat tiefer eingreift, braucht es mehr Zeit und kostet mehr.
Wie groß der Unterschied zwischen Lektorat und Korrektorat ist, zeigt ein Satz aus einem Kundenbrief:
- Original: „Wir freuen uns ihnen mitzuteilen das unser neues Produkt ab sofort erhältlich ist, und durch seine innovative Funktionen überzeugt.“
- Nach dem Korrektorat: „Wir freuen uns, Ihnen mitzuteilen, dass unser neues Produkt ab sofort erhältlich ist und durch seine innovativen Funktionen überzeugt.“
- Nach dem Lektorat: „Unser neues Produkt ist ab sofort erhältlich. Lernen Sie seine neuen Funktionen kennen.“
Das Korrektorat korrigiert Kommas, Großschreibung und Wortformen. Erst das Lektorat macht aus dem langen, umständlichen Satz eine klare Botschaft, die Kunden gern lesen.
| Korrektorat | Lektorat | Revision nach ISO 17100 | |
|---|---|---|---|
| Was wird geprüft | Rechtschreibung, Grammatik, Zeichensetzung, einheitliche Schreibweisen | dazu stilistische Qualität, Lesbarkeit, Aufbau und Logik | Sinn, Vollständigkeit und Sprache der fremdsprachigen Fassung |
| Eingriff in den Text | gering, nur Korrekturen | deutlich, mit Vorschlägen | so weit wie nötig |
| Vergleich mit dem Ausgangstext | nein | nein | ja, Satz für Satz |
| Geeignet für | fertige Texte kurz vor der Freigabe | Inhalte, die nach außen wirken | übersetzte Verträge, Handbücher oder Websites |
| Aufwand | gering | höher | hoch, der Prüfer kennt beide Sprachen |
Revision ist der Fachbegriff aus ISO 17100, der Norm für Übersetzungsdienste: Eine zweite Person gleicht den Zieltext Satz für Satz mit dem Ausgangstext ab.
2. Was prüft ein Korrektorat?
Im Korrektorat liest ein Korrektor Ihren Text Wort für Wort und korrigiert alle formalen Fehler. Dazu gehören:
- Rechtschreibung, auch bei Fachwörtern und Eigennamen
- Grammatik, zum Beispiel falsche Fälle oder falsche Bezüge im Satz
- Zeichensetzung, vor allem die vielen Kommas im Deutschen
- einheitliche Schreibweisen von Zahlen, Datumsformaten und Eigennamen
- Silbentrennung, Trennstriche und Typografie, etwa richtige Anführungszeichen und Leerzeichen
Inhalt und Stil bleiben dabei unverändert, denn ein Korrektorat greift nicht inhaltlich ein. Deshalb eignet es sich auch als Endkontrolle: Nach einem Lektorat findet es die letzten Tippfehler, die beim Umschreiben entstanden sind.
Bei fremdsprachigen Texten achtet unser Übersetzungsbüro Englisch etwa auf britische oder amerikanische Schreibweise, unser Übersetzungsbüro Niederländisch auf das große IJ am Wortanfang. Im Übersetzungsbüro Chinesisch geht es um die Wahl zwischen Kurz- und Langzeichen.
Korrekturlesen, Korrektur, Korrektorat: Wo liegt der Unterschied?
Korrekturlesen bezeichnet den Vorgang: Jemand liest einen Text aufmerksam und sucht nach Versehen. Das Korrektorat ist die Leistung, die ein Profi dafür erbringt, mit festem Umfang und Preis. Wer im Alltag eine Korrektur bestellt, meint fast immer genau dieses Korrektorat. Auch die Korrekturen in einem Lektorat beruhen auf sorgfältigem Korrekturlesen, gehen aber deutlich weiter.
3. Was leistet ein Lektorat?

Ein Lektorat prüft, ob Ihr Text seine Leser erreicht und inhaltlich überzeugt. Die Lektorin oder der Lektor achtet dabei vor allem auf diese Punkte:
- stilistische Sicherheit und einen Ausdruck, der zu Ihrer Zielgruppe passt
- Wortwahl und Satzbau, zum Beispiel zu lange Sätze oder störende Wiederholungen
- Verständlichkeit, den roten Faden und eine klare Struktur der Argumentation
- gleichbleibende Fachbegriffe im ganzen Text, auch über viele Seiten hinweg
- Logikfehler, Widersprüche und unklare Aussagen, die Leser verwirren könnten
Fakten prüft ein Lektorat nur auf Wunsch oder auf Plausibilität, etwa wenn eine Zahl an zwei Stellen verschieden lautet. Damit Fachbegriffe über viele Aufträge gleich bleiben, hilft unsere Terminologiearbeit.
Ob ein Lektorat auch das Korrektorat enthält, regelt jeder Sprachdienstleister anders. Fragen Sie deshalb vor dem Auftrag nach, damit keine doppelten Kosten entstehen. Bei Translate-Trade gehört die Prüfung von Rechtschreibung, Grammatik und Zeichensetzung zu jedem Lektorat dazu.
Alle Änderungen sehen Sie im Änderungsmodus und können jede Korrektur einzeln annehmen oder ablehnen. Unklare Stellen kommentiert der Lektor, statt sie still umzuschreiben. So finden wir gemeinsam eine Lösung, und die Entscheidung über jede Überarbeitung bleibt bei Ihnen.
Je nach Fachgebiet und Zweck gibt es verschiedene Arten, zum Beispiel das Fachlektorat, das Werbelektorat, das wissenschaftliche Lektorat und das Buch- oder Verlagslektorat für Autoren. Für übersetzte Inhalte, etwa Fachübersetzungen, gibt es das Übersetzungslektorat. Wer sein Manuskript auch im Ausland veröffentlichen will, kann sein Buch übersetzen lassen und die fremdsprachige Fassung danach lektorieren lassen.
4. Welche Prüfung braucht Ihr Dokument?
Selbst gründliches eigenes Korrekturlesen hat Grenzen. Wer lange an einem Text arbeitet, überliest eigene Fehler, weil der Kopf den gemeinten Satz ergänzt. Rechtschreibprogramme und KI-Werkzeuge helfen dabei, erkennen aber keinen Kontext. Eine erfahrene Lektorin liest mit frischem Blick und kennt die Fachsprache Ihrer Branche.
Ein Korrektorat reicht, wenn …
- Ihr Text inhaltlich und stilistisch fertig ist,
- die Freigabe oder der Druck kurz bevorsteht und es nur noch um eine saubere Form geht,
- Ihr Budget knapp ist.
Ein Lektorat lohnt sich, wenn …
- Ihr Text nach außen wirkt, zum Beispiel auf der Website, in der Werbung, im Geschäftsbericht oder als Buch,
- Sie sich beim Stil unsicher fühlen oder nicht in Ihrer Muttersprache geschrieben haben,
- eine KI den Entwurf geschrieben hat und er noch steif oder ungenau klingt,
- mehrere Autoren beteiligt waren und der Text deshalb uneinheitlich wirkt.
Auch bei einer Bachelorarbeit oder Masterarbeit ist ein Lektorat erlaubt, solange niemand inhaltlich eingreift, denn sonst wäre es Ghostwriting. Prüfen Sie dafür vorher die Prüfungsordnung Ihrer Hochschule. Eine Plagiatsprüfung ist bei Bachelorarbeiten und anderen Abschlussarbeiten ein eigener Schritt und gehört nicht zum Lektorat.
5. Nach dem Übersetzen: Lektorat oder Revision?
Bei übersetzten Inhalten prüft ein Lektorat nur die Zielsprache: Klingt der Text natürlich, und sitzt jede Formulierung? Eine Revision geht weiter. Der entscheidende Unterschied ist der Abgleich: Eine zweite Person vergleicht den Zieltext Satz für Satz mit dem Ausgangstext. Nur so fallen fehlende Sätze, Sinnfehler oder falsche Zahlen auf, etwa in einer juristischen Fachübersetzung oder beglaubigten Übersetzung.
Bei Translate-Trade prüft nach dem Vier-Augen-Prinzip immer eine zweite Person jeden übersetzten Text. Als zertifiziertes Übersetzungsbüro arbeiten wir nach ISO 17100. Dazu kommt die Simultanlektur: Eine Software liest den Ausgangstext vor, während der Lektor gleichzeitig die fremdsprachige Fassung am Bildschirm prüft.
Wir lektorieren auch fremdsprachige und übersetzte Texte, die Sie anderswo erstellt haben. Muttersprachliche Lektoren prüfen sie in der jeweiligen Sprache, zum Beispiel einen Katalog auf Dänisch oder eine Website auf Litauisch. Mehr zu einzelnen Sprachen finden Sie bei unserem Übersetzungsbüro Dänisch, unserem Übersetzungsbüro Litauisch oder unserem Übersetzungsbüro Kroatisch.
Auch bei uns erstellt zuerst eine Maschine den Rohtext. Unsere muttersprachlichen Übersetzer überarbeiten ihn im Post-Editing und lektorieren ihn danach. Bei Werbung zählt vor allem der Ton. Wenn Sie Werbetexte übersetzen lassen, prüft das Lektorat deshalb auch, ob Slogan und Ansprache im Zielmarkt wirken.
6. Was kosten Lektorat und Korrektorat?

Die meisten Anbieter rechnen ein Korrektorat oder Lektorat je Normseite ab. Eine Normseite ist allerdings nicht einheitlich festgelegt: Üblich sind 1.500 oder 1.800 Zeichen mit Leerzeichen. Daneben gibt es Preise je Wort oder nach Stunden, und bei Lektoraten rechnen wir auch nach Stundensatz ab. Ein Korrektorat kostet weniger als ein Lektorat, weil es nur korrigiert und nicht umformuliert.
Was Lektorat und Korrektorat im Einzelfall kosten, hängt vor allem von diesen Punkten ab:
- wie umfangreich Ihr Text ist und in welchem Zustand er sich befindet,
- aus welchem Fachgebiet er stammt und in welcher Sprache er geschrieben ist,
- wie schnell Sie die Korrektur zurück brauchen,
- in welchem Dateiformat er vorliegt, denn eine Word-Datei lässt sich leichter bearbeiten als ein PDF.
Schicken Sie uns am besten eine Textprobe, gern auch über das LANI-Kundenportal. Dann sehen wir, ob Lektorat oder Korrektorat für Ihr Dokument passt, und Sie erhalten Ihr Angebot innerhalb von 24 Stunden. Wenn wir Ihren Text auch übersetzen, gehört die zweite Prüfung immer dazu. Richtwerte dafür stehen bei unseren Preisen.
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