1. Was ist Terminologiemanagement?
Terminologie sind die Fachbegriffe, mit denen ein Unternehmen über seine Produkte, Abläufe und Leistungen spricht: Bauteilnamen, Funktionsbezeichnungen, feste Wendungen aus Verträgen oder der Oberfläche einer Software. Oft gibt es für dieselbe Sache mehrere Wörter, und jede Abteilung bevorzugt ein anderes.
Terminologiemanagement bringt Ordnung in diesen Wortschatz. Die Begriffe werden gesammelt, ein Vorzugsbegriff wird festgelegt, und das Ergebnis steht allen zur Verfügung, die Texte schreiben oder übersetzen. Das Ziel ist einfach: Ein Gegenstand trägt in jeder Sprache und in jedem Dokument immer denselben Namen. Als Übersetzungsagentur wenden wir die festgelegten Begriffe in jeder Übersetzung an.
Besonders wichtig ist das bei Fachübersetzungen: Bei medizinischen Übersetzungen muss jede Bezeichnung eindeutig sein, und bei Finanzübersetzungen müssen Bilanz- und Vertragsbegriffe in allen Dokumenten gleich lauten.
2. Was steht in einer Terminologiedatenbank?
Festgelegte Begriffe liegen zentral in einer Terminologiedatenbank, kurz Termbank. Ein Eintrag beschreibt immer einen Begriff, also eine Bedeutung, und enthält typischerweise:
- die Benennung in der Ausgangssprache und ihre Entsprechungen in den Zielsprachen
- eine kurze Definition, damit alle dasselbe darunter verstehen
- grammatische Angaben wie Wortart, Genus und Pluralform
- einen Status, etwa „freigegeben“ für den Vorzugsbegriff und „gesperrt“ für Varianten, die nicht mehr verwendet werden sollen
- ein Kontextbeispiel, das zeigt, wie der Begriff im Satz steht
Terminologiedatenbank oder Translation Memory?
Ein Translation Memory speichert ganze übersetzte Sätze und schlägt sie vor, sobald derselbe oder ein ähnlicher Satz wieder auftaucht. Die Terminologiedatenbank arbeitet eine Ebene tiefer: Sie legt fest, welches Wort innerhalb eines Satzes stehen muss, auch wenn der Satz völlig neu ist. Beide ergänzen sich in unserer Übersetzungstechnologie, ersetzen sich aber nicht.
3. Welche Vorteile bringt Terminologiemanagement?
- Konsistenz: Handbuch, Datenblatt und Website verwenden dieselben Begriffe, in jeder Sprache.
- Weniger Korrekturen: Rückfragen werden einmal geklärt und nicht in jedem Projekt neu gestellt.
- Geringere Kosten: Ein falscher Begriff wird nicht in jede Zielsprache übernommen und muss nicht mehrfach korrigiert werden.
- Starke Marke: Eine einheitliche Unternehmenssprache wirkt verlässlich und schafft Vertrauen bei Kunden und Partnern.
Den größten Unterschied merken Sie bei umfangreichen Texten: Wer technische Dokumentation übersetzen lässt oder eine Bedienungsanleitung übersetzen lassen möchte, findet dieselben Bauteil- und Funktionsnamen in jedem Kapitel und in jeder Zielsprache wieder.
4. Konsistente Terminologie für KI und maschinelle Übersetzung
Maschinelle Übersetzung und KI-Sprachmodelle wählen ohne Vorgaben meist das Wort, das in ihren Trainingsdaten am häufigsten vorkommt, und nicht das Wort, das Ihr Unternehmen verwendet. Eine gepflegte Terminologiedatenbank gibt diesen Systemen die verbindlichen Begriffe mit.
Bei KI-gestützten Übersetzungen prüfen unsere Fachübersetzer im Post-Editing zusätzlich, ob die festgelegte Terminologie überall eingehalten wurde. So verbinden Sie die Geschwindigkeit der KI mit der Sicherheit geprüfter Fachbegriffe.
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