Maschinelle Übersetzungen: Mensch vs. Maschine

Maschinelle Übersetzungen

Durch Übersetzungsmaschinen wie Google Translate ist die maschinelle Übersetzung einem breiten Publikum bekannt geworden. Beinahe jeder, der schon einmal Texte auf eigene Faust übersetzt hat, oder auch nur einzelne Wörter nachgeschlagen hat, hat sie bereits verwendet oder ausprobiert.

Es funktioniert auch wunderbar einfach: Wort eintippen – KLICK – Antwort ausgeben. Aber ist die maschinelle Übersetzung auch zuverlässig? „Crema de verdura“ – KLICK – „ Es äschert von Unreife ein“. WAS?!

Ok, neuer Versuch: ein italienisches Gericht mit Fleischlaibchen – KLICK – „Fleischwolf mit Pommes“. HÄ?! Leicht erklärt: die Übersetzungsmaschine weiß verständlicherweise nicht, dass es sich bei den eingegebenen Begriffen um köstliche Mahlzeiten handelt und da ihm jeder Kontext fehlt, assoziiert es „Crema“ mit „Krematorium“. Diese Übersetzungsvariante wird wegen tausenden Suchmaschineneinträgen als am wahrscheinlichsten errechnet. Selbiges passierte auch den Pommes, die Ihnen zum Fleischwolf serviert wurden.

Sprache: zu komplex für Maschinen

Bedeutungszusammenhänge werden von Maschinen nicht erkannt. Wie auch? Die menschliche Sprache ist viel zu komplex dafür. Sprache ist einzigartig und besteht aus verschiedensten Unterschwelligkeiten, Mehrdeutigkeiten und Bedeutungsnuancen.

Ein kurzer Schwank: Ein Matrose kommt zum Kapitän und sagt: „Wir haben einen blinden Passagier auf dem Schiff.“ Darauf der Kapitän: „Werft ihn ins Meer!“ Kurz darauf kehrt der Matrose zurück: „Erledigt. Aber was sollen wir jetzt mit dem
Blindenhund machen?“

Wörter haben also mehr als eine Bedeutung, weshalb Glossare, Enzyklopädien und Wörterbücher stets nur als sprachliche Anhaltspunkte wirken können.

Übersetzungsbüros verwenden maschinelle Übersetzungen?

Ausgebildete, professionelle Übersetzer sind Experten, wenn es darum geht, verschiedenste Hilfsmittel effizient anzuwenden. Vielleicht verwundert es da sogar, dass auch sie mit Übersetzungsmaschinen arbeiten. Allerdings nicht mit den herkömmlichen, sondern mit solchen, die qualitativ hochwertige Lösungen bringen.

Eine der bekanntesten ist Trados von SDL. Das Tool speichert die Übersetzungen in sogenannten TMs (Translation Memories) und ermöglicht es dem Übersetzer, bereits gespeicherte Übersetzungen für zukünftige Arbeiten zu verwenden. Dadurch wird zum einen die Produktivität eines Übersetzers erhöht, zum anderen wird die Konsistenz unterschiedlicher Texte gesteigert.

Natürlich wirkt sich das auch positiv auf den Kunden aus, der seine Aufträge schneller retour erhält und bereits gespeicherte Übersetzungen zu einem günstigeren Preis erhält.

Bildquelle: Rainer Sturm / pixelio.de

One thought on “Maschinelle Übersetzungen: Mensch vs. Maschine

  1. Hallo, ich schreibe gerade an meiner Masterarbeit und wollte nur kurz sagen, dass Sie zum Thema CAT-tools sehr gelungene Texte verfasst haben!

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