Wie der klassische Letternsatz noch heutzutage Folder verbessern kann

Druckfahnenkorrektur

Um einen gelungenen Katalog, Folder, Flyer oder andere Druckwerke in fremden Sprachen zu veröffentlichen, braucht es nicht nur eine ausgezeichnete Übersetzung. Genauso wichtig ist eine Druckfahnenkorrektur bevor es zum Druck geht.

Der Ausdruck Druckfahne kommt aus Zeiten in denen die Lettern noch klassisch (also nicht digital) gesetzt wurden. Es ging hierbei um einen Probedruck eines bereits vollständig gesetzten Textes auf losem Papier. Sozusagen eine letzte Sicherheitsmaßnahme, damit sich nicht irgendwo doch noch ein bis dato unerkannter Fehler eingeschlichen hat.

Eine fehlerfreie Übersetzung ist nicht alles

In der digitalisierten Welt heutzutage liefert der Kunde häufig den zu übersetzenden Text in Form einer Word-Datei, und erhält dann natürlich auch eine Word-Datei zurück. Hier wurden weder Grafiken berücksichtigt, noch hatte der Übersetzer großartig damit zu kämpfen, dass das Layout des Textes beim Druck gewissen Vorgaben entsprechen wird.

Der Grafiker des Kunden übernimmt dann den Rest, also das Layoutieren des Textes, das Einbauen der Grafiken und visuellen Schlüsselthemen. Eigentlich sollte man meinen, wenn die Übersetzung fehlerfrei war, sollte es hier keine Probleme mehr geben. Das allerdings ist ein Irrglaube, denn gerade hier liegt enormes Fehlerpotential:

  • Falsches Abtrennen von Wörtern und Begriffen
  • Wegfall oder Verschiebung von einzelnen Buchstaben
  • Wegfall von Satzzeichen

Die Fehlerquellen im Detail

Besonders wenn der Grafiker die Fremdsprache nicht versteht, kann es hier zu teils gravierenden Fehlern kommen. Die Gefahr besteht, dass aus welchem Grund auch immer Wörter falsch getrennt werden. Allerdings gibt es nicht nur im Deutschen, sondern auch in allen anderen Sprachen besondere Silbentrennungsregeln. Schließlich sieht es auch im Deutschen nicht gut aus, wenn „König Fußball“ mit „Fußbal-l“ abgeteilt werden würde.

Eine weitere Fehlerquelle besteht darin, dass der Grafiker aus Versehen einen einzelnen Buchstaben löscht oder irgendwo unbeabsichtigt ein Leerzeichen setzt. In vielen Sprachen (allerdings nicht im Deutschen) gibt es eine Vielzahl an Wörtern, die beispielsweise nur aus einem einzigen Buchstaben bestehen (man denke ans Englische: I für ich, a für ein etc.).

Dieses Wissen könnte dazu führen, dass der Grafiker dann möglicherweise auch gar nicht stutzig werden würde. Und das gilt natürlich nicht nur für den Extremfall einer neuen „Wortbildung“ mit nur einem Buchstaben, es kann auch in allen anderen „Wört ern“ irgendwo ein Leerzeichen gesetzt werden oder ein „Buchtabe“ verschwinden. Wenn man die Sprache beherrscht, kann man den Fehler finden. Versteht man die Sprache jedoch nicht, ist man aufgeschmissen.

Den Klassiker – das fehlende Satzzeichen – darf man natürlich auch nicht vergessen. Ein Punkt oder ein Beistrich sind leicht (versehentlich) gelöscht Und dann hat man den Salat.

Aus all diesen Gründen empfiehlt sich für gedruckte Texte stets eine abschließende Korrekturlesung zwischen dem Setzen des Textes und dem tatsächlichen Druck. Die Übersetzung kann noch so professionell und gelungen sein, wenn sich danach noch Fehler einschleichen, hat der Kunde keine Chance auf einen perfekten Text.

Bildquelle: © Reiner Wilming / pixelio.de

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