Internationales Content Marketing am Vorbild „GoPro“

Die GoPro ist die kleine handliche Videokamera, die mittlerweile zum treuen Begleiter von unzähligen Abenteurern und Extremsportlern geworden ist. Wer von Klippen springt, die steilsten Pisten mit dem Snowboard hinabrauscht oder mit dem Surfbrett die wildesten Wellen bezwingt, bei dem ist die GoPro Kamera bestimmt nicht fern. Der internationale Erfolg der GoPro ist dabei dem speziellen Content Marketingkonzept zu verdanken: Warum Millionen für Werbekampagnen investieren, wenn die Verbraucher selbst das Ruder der Vermarktung in die Hand nehmen?

Die GoPro Strategie – den Content liefert der Verbraucher selbst

GoPro hat nicht nur ein beliebtes Gadget entworfen, sondern zugleich den Erfolg eines recht eigenwilligen Content Marketingkonzepts bewiesen. Im Zeitalter der sozialen Netzwerke und der Mitteilungsbereitschaft der User profitiert die Firma von einem Hype, der sich praktisch von ganz allein entwickelt.

Die Liebe für die GoPro Videokameras scheint unter den Nutzern selbst kaum Grenzen zu kennen. Eine Liebe, von der auch der Hersteller profitiert, denn die Kameras sorgen offensichtlich nicht nur für gestochen scharfe Bilder, sondern verfügen über das „Talent“, sich viral zu vermarkten.

Den Beweis dafür liefern die GoPro-Kunden selbst, die allein im Jahr 2013 für hochgeladenes Videomaterial im Internet sorgten, das zusammengenommen eine Laufzeit von ganzen drei Jahren oder 26.280 Stunden hatte.

6000 neue Videos kommen dabei täglich auf der Video-Plattform YouTube hinzu, die mit „GoPro“ getagged wurden. Selbst eigene Wortschöpfungen auf Grundlage des Markennamens sind etabliert – darunter der beliebte Twitter-Hashtag „#GoProing“.

Die Marketing-Mühlen mahlen bei GoPro also praktisch von ganz allein. Den Usern und Kunden sei dank, die mit ihrem Videomaterial für Werbung in der Dauerschleife sorgen. Wenig Arbeit also für das rund 149 Personen starke Marketing-Team der Firma? Ganz so einfach ist es dann aber doch nicht.

Der Punkt, an dem GoPro aktiv wird

Selbstverständlich wird die Werbearbeit bei GoPro nicht allein vom Endverbraucher übernommen. GoPro macht sich diese Entwicklung jedoch zunutze und greift aktiv ein. Den Kern der Content Marketingmaßnahmen verkörpern dabei nicht eigene Videos, sondern vor allem die Aufnahmen der Nutzer.

So werden die Rechte bestimmter GoPro-Videos erworben, die dann auf dem eigenen Youtube Channel hochgeladen und in den Mittelpunkt gerückt werden. Außerdem fördert das Unternehmen Sportprofis sowie Extremsportler und Reiseunternehmen, die ihre Aktionen ebenfalls auf Video festhalten. Das spornt die Community an, weitere Mini-Filme anzufertigen, um selbst zum Teil dieses großen Projekts zu werden und ihre 15 Minuten Ruhm zu erhalten.

Insbesondere die sozialen Medien bilden dabei ein wichtiges Fundament für GoPro. 1,17 Millionen Twitter Follower und rund 2 Millionen Subscriber auf YouTube sprechen eine deutliche Sprache und sorgen dafür, dass die Marke und das Produkt kontinuierlich thematisiert werden.

Was Sie vom GoPro Konzept lernen können

Ein Blick auf die GoPro-Strategie wirft Fragen auf: Lässt sich dieses eigenwillige Konzept auch auf jedes andere Produkt übertragen? Können auch Sie vielleicht vom GoPro-Phänomen lernen oder zumindest bestimmte Ideen in Ihrer Content Marketingstrategie adaptieren? Um vor allem Letzteres mit „Ja“ zu beantworten, sind folgende Dinge wichtig:

  • Eine Grundlage für den Erfolg sind in jedem Fall die sozialen Netzwerke. GoPro setzt sich intensiv mit Twitter, Facebook und Co. auseinander – und damit auch mit den Nutzern, der Community. Diese werden aktiv dazu angeregt, Content zu liefern und diesen auf ihren Profilen bereitzustellen und mit der GoPro zu verbinden (beispielsweise durch entsprechende Hashtags). Und zwar nicht nur hierzulande, sondern weltweit.
  • Wichtig ist, dass Sie mit Ihrem Produkt begeistern können, um Ihre Kunden dazu zu motivieren, Content zu produzieren.
  • Doch auch die Zusammenarbeit mit Künstlern oder Partnern ist entscheidend, um die Reichweite und die Viralität des Produkts zu maximieren. Sind es bei GoPro Sportler oder auch Reiseveranstalter, so muss jedes Unternehmen hier eigene Alternativen finden, die natürlich zum Produkt selbst passen müssen.
  • Ähnlich verhält sich das auch beim Marketing-Team selbst. Wer sich mit dem Produkt identifizieren kann, der weiß genau, worauf es bei gutem Content ankommt – das GoPro Team ist dafür ein ausgezeichnetes Beispiel.

Ein Produkt, das sich von ganz allein bewirbt – soweit ist es bei GoPro zwar (noch) nicht, das Marketingkonzept geht jedoch perfekt auf. Content wird hier von Verbrauchern für Verbraucher entwickelt. Das Unternehmen selbst hingegen steuert diesen außergewöhnlichen Marketing-Hype lediglich und bedient sich dabei an ausgeklügelten Strategien, die dieses Phänomen perfektionieren.

One thought on “Internationales Content Marketing am Vorbild „GoPro“

  1. Ich glaube die grosse Stärke in diesem Beispiel ist neben der Übersetzung vor allem das Bildmaterial, weil es wie schon das Sprichwort sagt, mehr sagt als tausend Worte.

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