Auswirkungen der Kultur auf die Firmensicherheit

Firmensicherheit kulturelle Unterschiede

Unsere Kultur bestimmt wer wir sind, was wir tun und wie wir denken. Sie beeinflusst uns in allen Lebenslagen und macht vielleicht gerade deshalb die Kommunikation mit Menschen aus anderen Kulturkreisen (manchmal) so schwer. Die Auswirkungen dieser kulturellen Unterschiede merken wir überall. Ein ganz besonders wichtiges und vielleicht auch ein wenig abstraktes Beispiel betrifft die Firmensicherheit.

Wenn es um Sicherheitsthemen geht, verstehen die wenigsten Firmen Spaß. Aus gutem Grund, denn: Firmendaten sind für unbefugte Dritte oder die Konkurrenz bares Geld wert, können die Informationen doch sehr sensible Geheimnisse verraten, beispielsweise:

  • Kontodaten und Geldströme
  • Unternehmensstrategien
  • Sicherheitslücken in der IT

Ganz klar ist also: Diese Geheimnisse müssen geschützt werden. Noch heikler ist die Sicherheitslage bei Unternehmen, die so groß sind, dass deren Fall die gesamte Wirtschaft in eine schwere Krise stürzen kann, beispielsweise Banken oder andere Global Player.

Hier sind es sogar terroristische Gefahren vor denen sich die Firmen schützen müssen – und dafür werden keine Kosten gescheut, indem die allerbesten Securityfirmen angeheuert und die modernsten Sicherheitstechniken genutzt werden. Doch all das ist vollkommen wirkungslos, wenn aufgrund kultureller Unterschiede ein grundsätzliches unterschiedliches Sicherheitsdenken entwickelt wurde.

Sicherheitsdenken: freiwillig oder „erzwungen“

Grundsätzlich lässt sich beobachten, dass manche Kulturen und Länder ein komplett anderes Sicherheitsdenken aufweisen als Ihre (weitentfernten) Nachbarn. In Europa beispielsweise werden Sicherheitsthemen sehr ernst genommen – das gilt sowohl für den privaten als auch den geschäftlichen Sektor. So besitzen viele moderne deutsche Fahrzeuge einen Abstandssensor – auch richtige Fallen oder Fallgruben auf Grundstücken sieht man in Europa häufiger als anderswo.

Speziell in Europa ist jede Privatperson und Firma für die eigene Sicherheit verantwortlich, alles geschieht hier aus freien Stücken. In anderen Ländern, wie beispielsweise der Türkei oder Indien, „zwingt“ die Regierung dazu, entsprechende Sicherheitsmaßnahmen zu implementieren. Nicht zuletzt aus Angst vor terroristischen Attacken, die in den letzten Jahren leider zunahmen. So sind in der Türkei beispielsweise viele Gebäude ausgestattet mit:

  • Metalldetektoren
  • Sicherheitsschleusen
  • Securitychecks mit Gesichtsabgleich anhand einer Datenbank

Doch stören tut das die türkische Bevölkerung nicht. Es ist Teil ihrer Kultur geworden, da sie die Notwendigkeit dieser Maßnahmen erkennen und zumindest dulden. Doch das ist nicht in allen Teilen der Welt so.

Wenn der kulturelle Hintergrund den Sicherheitsgedanken besiegt

Ob nun Metalldetektoren, Einlass nur mit Firmen- und Besucherausweis beziehungsweise Einladung und Anmeldung beim Pförtner oder Sicherheitsschleusen mit Wachpersonal – sie alle sind vor menschlichem Fehlverhalten nicht gefeit. Dabei geht es nicht nur um einfache Unaufmerksamkeiten, sondern Handlungen, die durch den kulturellen Hintergrund bestimmt sind.

Ein groß angelegter von Unternehmen aus der ganzen Welt unterstützter Test einer US-amerikanischen Sicherheitsfirma hat einige dieser Sicherheitslücken aufgedeckt. Die zwei „schönsten“ Beispiele sind die Folgenden:

Beispiel Japan

Bei einer japanischen Firma mit Nebensitz in den USA fanden die Tester Fotos, auf denen die Ausweise der Mitarbeiter zu sehen waren, die sehr leicht gefälscht werden konnten. Als Auftragsnehmer getarnt, versuchten sie sich so Zugang zu verschaffen. Da das Sicherheitspersonal sie nicht im System finden konnte, es aufgrund des Zeitunterschieds in Japan (wo das Hauptquartier lag) bereits Nacht war, wurde auf einen Anruf zur Verifizierung verzichtet.

Die japanische Kultur schreibt vor, seinen Mitmenschen (und besonders Fremden) gegenüber immer freundlich und höflich zu sein – und so gewährte man den Testern letztendlich Einlass.

Beispiel Spanien

In Spanien versuchten die Tester, in die Geschäftsräume einer Öl-Raffiniere zu gelangen. Hier wurde ihnen der Zugang jedoch durch die Empfangsdame sehr schwer gemacht – trotz eines (gefälschten) Briefes, der angeblich durch den obersten Sicherheitsbeamten des Unternehmens unterzeichnet war. Das Glück der Tester war, dass die Dame das Anliegen an ihren männlichen Vorgesetzten weitergab, der ihnen Zugang gewährte. Die Frau am Empfang hätte sie wohl nicht hineingelassen.

In puncto kultureller Unterschied kann das bedeuten: Die Sicherheitsbedenken der Dame wurden über Bord geworfen, weil ihr männlicher Vorgesetzter die falsche Entscheidung traf – die männliche „Meinung“ überstimmt in Spanien immer noch häufig die weibliche.

Die beste Möglichkeit die Firmensicherheit zu gewährleisten ist immer noch, verschiedene Sicherheitszonen einzurichten. So müssen Eindringlinge gleich mehrere Hürden umgehen, um dorthin zu gelangen, wo sie hin möchten. Kulturelle Unterschiede werden so ebenfalls weitestgehend aufgehoben werden, da mit jeder weiteren Zone der Zwang an gesellschaftlichen Richtlinien festzuhalten kleiner und kleiner wird.

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