Verbindung zwischen kulturellen Konflikten & Kreativität am Arbeitsplatz

Kulturen am Arbeitsplatz

Es gibt wohl nicht viele andere Dinge, die für weniger Produktivität sorgen, als Konflikte am Arbeitsplatz – insbesondere, wenn sie auf kulturelle Unterschiede zurückzuführen sind, die es unbedingt zu vermeiden gilt. Das bedeutet jedoch nicht, dass der Arbeitgeber ein homogenes Umfeld schaffen sollte. Im Gegenteil: Eine Studie, die im Forbes Magazin veröffentlicht wurde, besagt, dass kulturelle Unterschiede zwischen den Mitarbeitern zu einem ganz besonders friedvollen und kreativen Arbeiten führen können.

Es ist kein Geheimnis, dass heterogene Gesellschaften mit unterschiedlichem kulturellem Hintergrund Probleme sehr viel kreativer und damit effektiver angehen. Grund dafür ist die Tatsache, dass jeder Einzelne seinen Standpunkt aus verschiedenen Perspektiven betrachtet, um auch andere Sichtweisen mit einzubeziehen. So wird es möglich:

  • Das egozentrische Ich zum Wohle aller hinten an zu stellen.
  • Ein besseres Gesamtverständnis für das Problem zu entwickeln
  • Andere, vielleicht bessere Lösungen zu entdecken.

Auf dem Papier hört sich das natürlich sehr einfach an – im echten Leben braucht es dafür häufig Zeit, vor allem dann, wenn der bisherige Bekanntenkreis aus demselben Kulturkreis stammt wie der Einzelne. Vor allem in der heutigen global vernetzten Berufswelt kommt der Arbeitnehmer jedoch häufig mit anderen Kulturen in Kontakt, die nicht immer reibungslos verlaufen, wie eine Studie jüngst zeigte.

Ein Beispiel: wenn kulturelle Konflikte zum Performanceabfall führen

In einer Studie eines Professors der Harvard Business School gab es einen sehr interessanten Fall einer chinesischen Firma für Luxus-Mode zu lesen, die zeigte, wie sehr sich kulturelle Konflikte unter den Mitarbeitern auf das gesamte Unternehmen auswirken konnte.

Das chinesische Modelabel engagierte „westliche“ Mitarbeiter, die ein wenig Schwung in die ansonsten sehr asiatischen Kleidungsstücke bringen sollte. Was anfangs wie eine gute Idee klang, war nach wenigen Monaten als absoluter Reinfall abgestempelt:

  • Die kulturellen Unterschiede führen zu Spannung und Missverständnissen.
  • Die Arbeitsmoral ließ nach.
  • Die gesamte Performance des Unternehmens befand sich im freien Fall.

Spannend war dabei vor allem die Tatsache, dass diejenigen, die unter dieser Spannung am meisten leiden mussten, nicht die waren, die den Konflikt offen austrugen. Die Leidtragenden waren die Mitarbeiter, die nicht direkt involviert waren und mit beiden Gruppen sehr gut zurechtkamen. Da dieser Mitarbeiterstamm den Großteil der Beschäftigten ausmachte, sind auch die negativen Entwicklungen innerhalb des Unternehmens besser nachzuvollziehen.

Basierend auf dieser Erkenntnis wurden einige weitere Experimente durchgeführt, die den Zusammenhang zwischen Leistungsabfall des Unternehmens und den Mitarbeitern, die nicht direkt in den Konflikt involviert waren, weiter untermauert. Was die Forscher dabei jedoch ebenso feststellten, ist: Konflikte sind nicht zwangsläufig schlecht. Es geht darum, wie diese ausgetragen werden und wie die einzelnen Beteiligten damit umgehen.

Wenn Welten aufeinanderprallen – und zu mehr Kreativität führen

Die offene Kommunikation in der Arbeitswelt wird von allen führenden Köpfen der Wirtschaft als eines der wichtigsten Standbeine eines erfolgreichen Unternehmens betitelt – und genau hier liegt häufig das Problem, wenn Teammitglieder unterschiedlicher kultureller Herkunft aufeinandertreffen:

Jeder hat seine eigene Meinung zu einem bestimmten Thema. Doch anstatt diese in der Gruppe zu diskutieren, zieht man sich immer weiter zurück, um die eigene Komfort-Zone nicht verlassen zu müssen. Hier ist es vor allem Aufgabe der Teamleiter und Vorgesetzten

  • zu vermitteln,
  • Mut zuzusprechen
  • und für ein offenes Miteinander zu werben.

Kulturelle Meinungsverschiedenheiten können zu den besten Ideen führen, da die Beteiligten gezwungen sind, ihr Weltbild zu öffnen – und so vielleicht Wege finden, mehrere Ideen miteinander zu verknüpfen, die letztendlich zu einem besseren Ganzen zusammengefügt werden. Die Idee des beispielhaften chinesischen Luxus-Labels ging also in die richtige Richtung. Nur an der Umsetzung und der Steuerung des Vorhabens scheiterte es.

Kulturelle Unterschiede am Arbeitsplatz haben definitiv viel Konfliktpersonal, doch ebenso bieten sie große Chancen, das Unternehmen und jeden Einzelnen zu Höchstleistungen zu motivieren. Veränderungen und „Neues“ sind im ersten Moment immer schwer zu verdauen. Wer sich jedoch darauf einlässt, wird eine ganz neue Welt für sich entdecken.

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