Wie sich kulturelle Unterschiede bei der Inneneinrichtung bemerkbar machen

Kultur Unterschiede Inneneinrichtung

Jedes Land besitzt seine eigene ganz spezielle Kultur und Sprache, die vor allem bei Interaktionen mit Menschen zum Vorschein kommt. Ein Gang durch die Straßen zeigt jedoch auch einen Aspekt, der oft unter den sprichwörtlichen Teppich gekehrt wird: Die Architektur von Häusern und anderen Gebäuden ist oft mit der Tradition und Kultur eines Landes verbunden – das spiegelt vor allem die Inneneinrichtung und deren Stil wider.

„Zeige mir, wie du lebst und ich zeige dir, wer du bist“: Die Inneneinrichtung einer Wohnung oder eines Hauses ist ein Ausdruck von persönlichem Geschmack und Stil und nicht zuletzt auch ein Spiegel des kulturellen Hintergrundes eines Menschen. Doch nicht nur Möbel und Gardinen sind damit gemeint, sondern das Gesamtkonstrukt:

  • Die Verwendung der Räume
  • Die Anordnung der Räume
  • Die Ausstattung der Räume
  • Die verwendeten Materialien im Inneren und Äußeren
  • Der Stil des gesamten Gebäudes

Jede Kultur bringt ihre ganz eigenen Sonderwünsche mit, an denen sie den perfekten Wohnort festmachen. Für Innenausstatter und Baugesellschaften ergeben sich so Chancen und Risiken zugleich: Wer für den Menschen und mit Hinblick auf den kulturellen Hintergrund baut gewinnt – wer zu sehr standardisiert verliert.

3 Beispiele, wie die Kultur die Innenausstattung beeinflusst

Innenarchitektur China

Die Inneneinrichtung ist nicht unbedingt das, was als erstes in den Sinn kommt, wenn über kulturelle Vielfalt, Kommunikationswissenschaft oder Psychologie philosophiert wird. Doch häufig sind es die einfachsten Beispiele, die einen komplexen Sachverhalt sehr anschaulich machen – so auch die Inneneinrichtung. Anhand der folgenden Fälle wird sehr schnell klar, dass die Kultur eines Landes viel mehr bestimmt als nur die Sprache eines Menschen:

Wohnen, wie zuhause

Ob es sich nun um den Haupt- oder Zweitwohnsitz handelt – Menschen bevorzugen in den meisten Fällen ein Zuhause, das stilistisch dem Herkunftsland ähnelt. Während in asiatischen Ländern vor allem der sehr minimalistische Stil vorherrscht, so sind es im mittleren Osten vor allem prunkvolle Materialien wie Marmor. Baugesellschaften stellen sich auf diese Wünsche bereits im Vorfeld ein und orientieren sich am Stil des Landes, aus dem der potenzielle Käufer stammt, wenn der Bau beginnt.

Feng Shui

Insbesondere chinesische Hausinteressenten orientieren sich am Prinzip des Feng Shuis, das für die „korrekte“ Anordnung von Möbeln und anderen Einrichtungsgegenständen sorgt, um für eine harmonisierte Umgebung zu sorgen. Die Prinzipien dieser Lehre sind oft aus Kindheitstagen bekannt, sodass hier nichts dem Zufall überlassen wird.

Religion

Auch die Religion als Teil der Kultur kann eine entscheidende Rolle für die Inneneinrichtung spielen. So ist im Islam vorgeschrieben, dass Hände, Füße und Gesicht ordentlich gewaschen werden müssen, bevor das Gebet beginnt – so kann es durchaus vorkommen, dass es neben dem eigentlichen Waschbecken auch eines speziell für die Füße gibt.

Ein gesonderter Gebetsraum, der mit Teppichen ausgelegt ist (häufig wird barfuß gebetet) und eine ganz spezielle Anordnung der Räume sind oft weitere Aspekte, die muslimische Hausinteressenten wünschen. So ist es im Islam beispielsweise nicht „erlaubt“ auf dem WC in Richtung Mekka zu schauen – denn in diese Richtung wird gebetet.

Neben diesen drei Dingen sind es vor allem ganz persönliche Wünsche, die das weitere Umfeld des Wohnraums beeinflussen, beispielsweise besondere Serviceleistungen, wie ein Concierge, oder spezielle Sicherheitsvorkehrungen – und auch hier kann die kulturelle Herkunft des Mieters oder Käufers maßgeblich sein. Für die Baubranche wird die Globalisierung zu einer echten Herausforderung, denn die kulturelle Vielfalt die diese Entwicklung mitbringt, ist zu einem tragenden Element des Wohnraumdesigns geworden.

Die eigene Kultur zieht sich von Geburt an durch das ganze Leben und hinterlässt überall ihre Spuren. Auch wenn der Wohnort zwischendurch immer wieder gewechselt wird, so begleitet unser kultureller Hintergrund uns doch überall hin. Und wenn es irgendwie geht, nehmen wir sie auch mit in unser neues Heim im Ausland.

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