7 Tipps für App-Lokalisierung für den chinesischen Markt

App-Lokalisierung China

Chinas Tradition und Kultur ist Jahrtausende alt. Heute jedoch ist das Land des Lächelns längst in der Moderne angekommen – das zeigen vor allem die hohen Zuwächse der Smartphone-Nutzer. Für App-Entwickler entsteht so ein ganz neuer, interessanter und vor allem lukrativer Markt. Die Lokalisierung für China ist jedoch nicht ganz ohne Hindernisse. Die folgenden sieben Tipps sollten deshalb vor dem Markteintritt unbedingt berücksichtigt werden.

Die Entwicklung von sogenannten Apps, also kleinen Programmen, die das eigene Smartphone um Funktionen erweitern oder Programme und Webseiten für die mobile Nutzung optimieren, ist ein weltweites Milliardengeschäft:

  • 2011 lagen die Umsätze noch bei 8,32 Milliarden US-Dollar.
  • 2013 konnte die Branche bereits 26,68 Milliarden US-Dollar verzeichnen.
  • Experten gehen davon aus, dass bis 2017 die Umsätze auf rund 77 Milliarden US-Dollar ansteigen werden.

Der Grund für den schnellen Anstieg sehen Wirtschaftsexperten unter anderem in der Bereitschaft für Apps (und generell im Internet) Geld auszugeben – viel wichtiger ist jedoch die rasant steigenden Smartphone-Nutzerzahlen, insbesondere in China. 2013 liegt die Marktdurchdringung hier bereits bei 47 Prozent, wobei laut der Studie „Our mobile Planet“ 62 Prozent der chinesischen Nutzer Apps täglich im Einsatz haben.

Mit diesen 7 Tipps zum erfolgreichen App-Start in China

Für App-Entwickler ist China demnach eine lukrative Option. Die kleinen Anwendungen müssen dafür jedoch für den chinesischen Markt und Nutzer lokalisiert werden. Aufgrund der großen Unterschiede kann das jedoch schnell zu einem unüberwindbaren Hindernis werden, denn: Nicht nur kulturelle oder gesetzliche Gegebenheiten gibt es hier zu beachten – in China ist sogar das Appstore-System komplett anders. Die folgenden sieben Tipps sind für den App-Start in China deshalb unbedingt zu beachten.

Tipp #1: Mehr als nur Übersetzen

Der erfolgreiche Start der App in China setzt sehr viel mehr voraus, als die einfache Übersetzung der Texte. Vor allem die Blockierung einiger „Teile“ des Internets, insbesondere von sozialen Netzwerken, erschwert den Markteintritt. Aus diesem Grund müssen die Gegebenheit und Restriktionen vor Ort sowie marktübliche Alternativen (im Falle von sozialen Netzwerken wären das beispielsweise Sine Weibo und Tencent Weibo statt Facebook und Twitter) erkannt beziehungsweise genutzt werden.

Tipp #2: Cloud-basierte Apps brauchen einen lokalen Partner

Auch die Cloud ist in China aufgrund der umfangreichen Firewall, die eingehende ausländische Verbindungen erschwert, nicht nutzbar. Um Daten auszulagern ist deshalb eine Zusammenarbeit mit einem ansässigen Serverunternehmen notwendig.

Tipp #3: Chinas Regierung erhebt Gebühren für den Verkauf von Apps

Wer in China seine Apps über den jeweiligen Appstore verkauft, tritt eine Gebühr in Höhe von 30 Prozent an die Verkaufsplattform ab. Zusätzlich kommt für ausländische Unternehmen eine Gebühr von 20 Prozent hinzu, die die chinesische Regierung veranschlagt. Wer die App jedoch über einen lokalen Partner einstellen und vertreiben lässt, kann zumindest die zusätzlichen 20 Prozent Gebühren vermeiden.

Tipp #4: Zahlungsmethoden auf den chinesischen Markt anpassen

Kreditkartenzahlungen sind in Europa und Nordamerika eine gängige Form der Zahlung im Internet. In China jedoch besitzen und nutzen nur die wenigsten Menschen die komfortablen Plastikkarten. Der Kauf von Apps und In-App-Funktionen sollte deshalb über alternative Zahlungsmethoden möglich sein.

Besonders beliebt sind hier Alipay oder die direkte Abrechnung über den Mobilfunkanbieter. Um diesen Services einzubinden, sind klärende Gespräche mit den Anbietern notwendig. Da diese jedoch nur selten englisch sprechen, ist ein professioneller Übersetzer hier so wichtig, wie bei keinem anderen Schritt. Schließlich geht es an dieser Stelle um den Verkauf und damit um die Umsätze.

Tipp #5: Dezentrale Appstores erfordern umdenken

Sind alle Schritte bis hierhin umgesetzt, geht es an den Upload der App in den Store. Allerdings werden Entwickler aus dem Ausland nun den größten Unterschied im Appstore-System Chinas feststellen: Während die Appstores in Europa einheitlich sind und lediglich zwischen den Betriebssystemen unterscheiden, gibt es in China eine ganze Reihe von verschiedenen Plattformen, die nach unterschiedlichen Gesichtspunkten sortiert sind, beispielsweise:

  • Demographische Faktoren, wie Region oder sogar Stadt
  • Zielgruppen, wie Schüler/Studenten oder Bürokräfte

Der „richtige“ Store, ist also von der Funktionalität und Zielgruppe der App abhängig. Auch die Zugriffszahlen des jeweiligen Stores sollten neue Marktteilnehmer kennen, um den Verkauf der App anzukurbeln.

Tipp #6: Strenge Gesetze und Richtlinien beachten

Die Menge an verschiedenen Appstores macht auch das gleichzeitige Einstellen auf mehrere Plattformen schwierig. Denn nicht nur die generelle Gesetzeslage ist in China streng – jeder Appstore hat eigene Richtlinien und AGBs, die unbedingt eingehalten werden müssen, um den Verkauf der App in China zu ermöglichen.

Tipp #7: „Copycats“ den Wind aus den Segeln nehmen

Nachahmer und kopierte Apps sind in China leider ein großes Problem. Wer also den Markteintritt mit der eigenen Anwendung plant, sollte vorher herausfinden, ob die Idee bereits kopiert wurde, was nicht unwahrscheinlich ist, wie chinesische Wirtschaftsexperten anmerken. Auch hier bietet sich die Zusammenarbeit mit einem lokalen Partner an, der den Markt kennt und bei Identifizierung von „Copycats“ entsprechende Maßnahmen einleiten kann, die die Nachahmer-Apps aus den Appstores verbannen.

Chinas Markt für Smartphone-Apps ist nicht leicht zu durchschauen, da dessen Aufbau und Betreuung ganz anders funktioniert als in Europa und Nordamerika. Für den Einstieg ist die Zusammenarbeit mit lokalen Partnern und professionellen Übersetzer unabdingbar. Nur so wird die App perfekt lokalisiert und auf den chinesischen Verbraucher abgestimmt, um die erhofften Umsätze zu generieren.

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