Was ist Softwarelokalisierung?

Software-Lokalisierung

Stellen Sie sich vor, sie arbeiten mit einem tollen neuen Computerprogramm und auf einmal öffnet sich ein Fenster mit einem koreanischen Befehl. Nein, ihr Computer wurde nicht von Kim Jong-un gehackt. Vielleicht wurde nur die Software nicht gründlich übersetzt. Eine Softwarelokalisierung ist nötig.

Um das zu vermeiden, beauftragen Softwarefirmen sogenannte Softwarelokalisierer für die Übersetzung ihrer Programme. Diese übertragen die ganze Software in andere Sprachen. Ja, richtig. Übersetzer machen diese heikle Arbeit. Sie übernehmen die Anpassung der Prozesse und Programme bzw. Software an sprachliche und kulturelle Gepflogenheiten der Zielsprache.

Nicht nur der Text muss „übersetzt“ werden

Diese Übersetzung erfolgt jedoch nicht nur auf textueller, sondern auch auf audiovisueller Ebene: Musik, Bilder, Symbole, Zeichensätze und Sprachausgaben müssen ebenfalls geändert werden. Denken wir zum Beispiel das Bild einer landestypisch gekleideten jungen Frau in einer deutschen Software, die in Saudi Arabien vertrieben werden soll. Die Saudis wären wohl etwas empört ob der freizügigen Kleidung der jungen Dame.

Um solche Fauxpas zu umgehen muss der Softwarelokalisierer über einwandfreie Kenntnisse der Kultur verfügen, in der das Produkt schließlich verkauft werden soll. Besonders wichtig ist für den Übersetzer aber auch ein gewisses technisches Talent, da es mit der Übersetzung alleine noch nicht getan ist. Er muss auch in der Anwendung von Lokalisierungstools (meist CAT-Tools) Erfahrung haben.

Internationalisierung

Um eine Software aber überhaupt bearbeitbar zu machen, muss sie schon bei ihrer Entwicklung auf Internationalisierung programmiert werden. Das Umschreiben einer Software im Nachhinein dauert nämlich lange und ist schwierig, ganz zu schweigen von den hohen zusätzlichen Kosten die dadurch entstehen. Ist die Software jedoch zu bearbeiten, können Texte daraus extrahiert und übersetzt werden, damit letztendlich eine lokalisierte Version entsteht.

Sollte später einmal eine aktualisierte Version der Software erarbeitet werden, können die Lokalisierungstools bereits übersetzte und vorhandene Textteile darin erkennen und der Übersetzer müsste lediglich die neu hinzugekommenen Textstellen übersetzen. Wer also einmal einen Einblick in die komplexe Welt der Softwareübersetzung bekommen hat, wird zukünftig aufloppende Fenster wohl mit ein wenig mehr Bewunderung betrachten.

Bildquelle: Rosie Fischer / pixelio.de

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